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Alarmierende Situation

Die Situation europäischer Hersteller ist aufgrund chinesischer Hersteller, die ihre Produkte zu Dumpingpreisen aufgrund einer umfassenden Förderung durch den chinesischen Staat auf dem EU-Markt bringen können, alarmierend. Mit dem Fünf-Jahres-Plan, der einen Schwerpunkt besonders auf der Entwicklung der chinesischen Solarindustrie im Jahr 2012 legt, und dem Ziel, innerhalb der nächsten Jahre die führende Position in der weltweiten Solarproduktion zu übernehmen, betreibt China zurzeit eine massive Förderung der chinesischen Solarindustrie. Unternehmen können es sich sogar leisten, ihre Produkte mit einem Verlust zu verkaufen, wenn sie damit die staatlichen Ziele verfolgen und den globalen Marktanteil steigern.

 

Europäische Hersteller erhalten keine derartige staatliche Unterstützung, die sie vor Insolvenz schützt. Unternehmen in Europa können sich nur auf ihre Vorteile hinsichtlich Innovationskraft, neuer Technologien, höherer Qualität, kostengünstigerer Produktionsmethoden dank vollständiger Automatisierung und langjähriger Erfahrung verlassen, die jedoch durch chinesisches Preisdumpings zunichtegemacht werden. Viele Unternehmen sind bereits in die Insolvenz gegangen, viele weitere entlassen Arbeiter oder kehren dem Solargeschäft den Rücken zu. Sollte die Situation anhalten und es europäischen Herstellern nicht erlaubt werden, mit chinesischen Herstellern zu fairen Preisen im Wettbewerb zu stehen, ist vielleicht die gesamte Branche in ihrer Existenz bedroht.



Einer der größten chinesischen Hersteller lässt sich seine Schulden von seiner Heimatstadt bezahlen

LDK Solar Co. (LDK), der zweitgrößte Hersteller von Wafern, die Sonnenlicht in Strom umwandeln, lässt sich einen Teil seiner Schulden durch die chinesische Stadt bezahlen, in der das Unternehmen ansässig ist.
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China´s Subventionierung

Chinas Subventionierung seiner Exporte hat die dortige Industrie in die Lage versetzt, Produkte zu Dumping-Preisen auf dem EU-Markt zu platzieren und einen Großteil dieses Marktes zu erobern. Chinesische Waren machen jetzt 80 % der in der EU verkauften Photovoltaikprodukte aus. Europäische Hersteller haben selbst Schwierigkeiten damit, nur 13 Prozent ihres Binnenmarkts zu halten. Chinesische Produzenten sind laufend damit beschäftigt, ihre Produktionskapazitäten auszubauen, während zahlreiche EU-Hersteller in die Insolvenz gegangen sind, Werke geschlossen oder Belegschaft abgebaut haben.

Europäische Solarunternehmen werden aufgrund eines unfairen chinesischen Wettbewerbs aus dem Markt gedrängt. Jeden Monat gehen in Europa Solarhersteller in die Insolvenz und viele wichtige Marktteilnehmer ziehen es in Betracht, sich aus dem Markt zurückzuziehen. Mehr und mehr PV-Hersteller in Europa befinden sich im Moment am Rande der Existenz und viele weitere mussten bereits Insolvenz anmelden. Nach Solar Millenium, Solon und Solarhybrid hat jetzt auch Q-Cells Insolvenz angemeldet. Q-Cells war einer der größten Hersteller von Solarzellen weltweit und hat zudem Module produziert. Auch Photowatt, ein bekannter Hersteller aus Frankreich, hat Insolvenz angemeldet. Zu den weiteren Unternehmen, die in den letzten Wochen den Insolvenzantrag gestellt haben, gehören Centrotherm und Solarwatt.

Viele europäische Hersteller stellen die Produktion von PV-Produkten ein oder entscheiden sich aufgrund der kritischen Situation für Stellenkürzungen. Schott Solar hat sich im Januar von der Wafer- und Zellenproduktion verabschiedet und im Juni 2012 angekündigt, dass zukünftig keine Module mehr produziert werden bzw. sich auf andere Geschäftsfelder, die nichts mit kristalliner Solartechnologie zu tun haben, konzentrieren möchte. Auch First Solar hat im April angekündigt, 1350 Mitarbeiter in Europa zu entlassen und 2000 Arbeitsplätze weltweit wegfallen zu lassen.