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Frequently Asked Questions

Wer ist EU ProSun?

 

EU ProSun ist eine Initiative europäischer Photovoltaik-Hersteller, die sich zusammengeschlossen haben, um die PV-Technologie und ein nachhaltiges Wachstum der europäischen Solarindustrie zu fördern. EU ProSun fordert die Europäische Kommission dazu auf, wieder für faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber China zu sorgen. Die offiziellen Unterstützer von EU ProSun repräsentieren den Großteil der industriellen Solarproduktion in der EU. Diese mehr als 20 Unternehmen stehen in engem Kontakt mit zehntausenden kleineren Unternehmen, die Dienstleistungen wie Transport, Installationen, Wartung usw. anbieten. PV-Hersteller, die zu EU ProSun gehören, haben sich teilweise dafür entschieden, ihre Unterstützung öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Daneben gibt es eine Reihe anonymer Unterstützer, die negative Konsequenzen befürchten, sofern ihre Identität offengelegt wird.

 

Was sind die Ziele von EU ProSun?

EU ProSun steht für eine nachhaltige Energieproduktion in der EU und setzt sich im Einklang mit den EU 2020 Zielen für eine Stärkung des Anteils erneuerbarer Energiequellen in Europa ein. Mithilfe der Photovoltaik-Technologie lassen sich fossile und andere risikoreiche Energiequellen nach und nach reduzieren und die umweltschädlichen Auswirkungen der Energieproduktion minimieren. Die Mitglieder von EU ProSun fordern die Europäische Kommission auf, durch Antidumpingzölle wieder für faire Wettbewerbsbedingungen mit China zu sorgen. Das Ziel dieser Zölle liegt nicht in der Einführung neuer Handelsschranken, sondern in der Neutralisierung schädlicher Dumping- und Subventionsmaßnahmen des chinesischen Staats. Wenn diese Maßnahmen neutralisiert sind und chinesische Anbieter ihre Produkte zu einem fairen Preis verkaufen müssen, stellen sich europäische Hersteller gerne dem Wettbewerb mit chinesischen Produkten – genauso, wie dies bei Herstellern aus anderen Ländern der Fall ist.

 

Wie ist die aktuelle Situation europäischer Photovoltaik-Hersteller?

 

Die europäische Photovoltaikfertigung ist ein herausragendes Beispiel einer erfolgreichen High-Tech-Industrie mit großem Potenzial. Die Existenz der europäischen Solarindustrie ist jedoch seit einiger Zeit aufgrund chinesischer Produkte, die mit Preisen unter Wert auf den europäischen Markt geschwemmt werden, gefährdet. Das führt dazu, dass jeden Monat europäische Hersteller in die Insolvenz gehen müssen. PV-Hersteller aus Europa sind weltweit gegenüber jedem Solarproduzenten wettbewerbsfähig, sofern sie nicht mit Preisdumping und illegalen Subventionen seitens des chinesischen Staates konfrontiert werden.

 

Warum setzen sich europäische Hersteller für einen ungestörten freien Handel und Wettbewerb ein?

 

Freier Handel und Wettbewerb tragen, solange sie fair sind, zu einer Weiterentwicklung der globalen Solarindustrie bei. Um gegenüber Produkten aus anderen Ländern wettbewerbsfähig zu bleiben, investieren europäische Hersteller laufend in Forschung und Entwicklung, um das technologische Niveau ihrer PV-Anlagen zu verbessern und Produktionskosten zu senken. Dank des freien Handels und fairen Wettbewerbs sind europäische Produkte heute viel effizienter als noch vor wenigen Jahren. Photovoltaik-Produkte werden zudem dank einer kontinuierlich besser werdenden Produktionstechnologie immer kostengünstiger.

 

Wenn jetzt nicht eingegriffen wird, welche Auswirkungen hätte das auf europäische Verbraucher?

Chinesische Hersteller verkaufen ihre PV-Produkte mit der Unterstützung durch staatliche Subventionen zu unfair niedrigen Preisen, um damit europäische Produzenten aus ihrem Binnenmarkt zu verdrängen und Marktanteile zu gewinnen. Sobald chinesische Produzenten schließlich ein De-Facto-Monopol auf dem europäischen und internationalen PV-Markt erreicht haben, wird es für sie keine weiteren Anreize mehr geben, zu niedrigen Preisen zu verkaufen. Es ist anzunehmen, dass die Preise daraufhin wieder ansteigen werden. Europäische Verbraucher profitieren am meisten von einem unverzerrten Handel und fairen Wettbewerb – Faktoren, die Innovationen und günstige Preise fördern.
Es sollte zudem nicht vergessen werden, dass bei einem Scheitern der europäischen Photovoltaik-Industrie auch tausende europäische Arbeitnehmer in der Herstellung, aber auch in der Forschung und anderen Bereichen ihre Arbeitsplätze verlieren werden.

Welchen Einfluss hat ein positives Ergebnis der europäischen Untersuchung auf die PV-Preise?

EU ProSun erwartet, dass die Einführung von Handelsschutzmaßnahmen einen sofortigen Einfluss auf chinesische PV-Preise haben wird, weil es chinesischen Produzenten nicht mehr erlaubt sein wird, unterhalb ihrer tatsächlichen Produktionskosten zu verkaufen. Europäische Produzenten haben dagegen nicht die Absicht, ihre Preise zu erhöhen. Im Gegenteil, es ist davon auszugehen, dass die Preise im Laufe der Zeit weiter sinken werden. Gemäß einer aktuellen Studie von AT Kearney könnten die Preise von PV-Anlagen in allen Ländern und über alle Segmente hinweg in den nächsten 10 Jahren um 36–51 % sinken. Preise für PV-Module sind auch in den letzten 20 Jahren bereits erheblich gesunken, und zwar mit jeder Verdoppelung des kumulativ verkauften Volumens an PV-Modulen um 20 %. Der durchschnittliche Preis eines PV-Moduls in Europa war im Juli 2011 etwa 70 % niedriger als noch vor 10 Jahren.

In allen High-Tech-Branchen gibt es einen Abwärtstrend bei den Preisen. Dies ist eine natürliche Entwicklung, weil sich Produktionsmethoden und Technologien im Laufe der Zeit verbessern. Bei steigender Nachfrage profitieren Unternehmen von der Wirtschaftlichkeit einer Massenfertigung und mehr Anbietern auf dem Markt. Das Ziel von EU ProSun liegt nicht darin, diese Entwicklung zu stoppen, sondern sie auf eine natürliche Geschwindigkeit zurückzubringen. Es wird auch weiterhin einen intensiven Technologie- und Preiswettbewerb mit Herstellern aus anderen Ländern wie den USA, Kanada, Japan, aber auch Südkorea, Indien, Thailand und natürlich China geben – das Einzige, was sich EU ProSun-Mitglieder dabei wünschen, ist ein Wettbewerb unter fairen Bedingungen.

Unterscheidet sich die Solarindustrie von anderen Industrien, die ebenfalls mit chinesischen Herstellern im Wettbewerb stehen?

Der Solarindustrie werden in China besondere Vorteile eingeräumt, weil sie im 12. Fünf-Jahres-Plan der Volksrepublik China genannt wird. Der chinesische Staat subventioniert die Solarindustrie erheblich, was zu Überkapazitäten in der Produktion führt und ein Preisdumping ermöglicht. Es wurde von zentraler Stelle festgelegt, der chinesischen Solarindustrie zu einer weltweiten Spitzenposition zu verhelfen. Während des 11. Fünf-Jahres-Plans (2005–2010) erreichte die Produktion von Solarmodulen in China Wachstumsraten von jährlich mehr als 100 %. Die Gesamtproduktion des Landes erreichte 2011 21,5 GW (2010 waren es 11,5 GW) – zwei Drittel der weltweiten Produktion.

In diesem Jahr hat China im Bereich der Solarindustrie nochmals einen neuen Schwerpunkt gesetzt, um die weltweite Produktion zu dominieren. Die massive chinesische Produktion von Solarzellen entspricht nicht der weltweiten Nachfrage. Viele Unternehmen in Europa sind bereits in die Insolvenz gegangen und andere können sich gegen die Ziele, die vom chinesischen Staat gesetzt und durchgesetzt werden, nicht zur Wehr setzen. Es müssen faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden, bevor es zu spät ist.

Woher ist bekannt, dass China Dumping betreibt?

Zunächst einmal sind die Mitglieder von EU ProSun bereits seit vielen Jahren in der PV-Industrie tätig. Mit der Erfahrung und der Kenntnis über Rohmaterialpreise und Produktionskosten ist es nicht schwierig, den minimalen Preis für die Materialien und die Kosten ihrer Verarbeitung zu Wafern, Zellen und/oder Modulen zu berechnen. Chinesische Preise spiegeln diese Kosten nicht wider, selbst wenn man berücksichtigt, dass die Arbeits- und Verwaltungskosten in China erheblich niedriger sind. Die Kosten für die Produktion eines Wafers, einer Zelle oder eines Moduls bestehen zu einem Großteil aus den Kosten für Silizium und Rohmaterialien. Arbeitskosten machen in der Regel weniger als 10 % der gesamten Produktionskosten aus. Gemäß einem Report der National Renewable Energy Laboratories in den Vereinigten Staaten haben chinesische Hersteller, wenn man die Transportkosten zu den Produktionskosten hinzurechnet, sogar einen Preisnachteil gegenüber amerikanischen Herstellern.

Zweitens hat der chinesische Staat im Fünf-Jahres-Plan nicht nur das Volumen der in China zu produzierenden Solarprodukte, sondern auch deren Preise angegeben – das Ziel für die Herstellungskosten wurde für 2015 auf 0,87 Euro/Wp festgelegt. Bis 2020 sollen diese Kosten weiter auf 0,62 Euro/Wp sinken. Einige chinesische Unternehmen verkaufen ihre Produkte aufgrund von Überproduktion und Überversorgung in Europa bereits heute zu einem Preis von weniger als 0,50 Euro/Wp – weit unterhalb der staatlich festgelegten Ziele für 2020. Unter normalen freien Marktbedingungen würden Unternehmen, die dauerhaft mit erheblichen Verlusten verkaufen, unausweichlich in die Insolvenz gehen. In China geschieht dies aufgrund von endlosen Subventionen jedoch nicht.

Zu guter Letzt hat eine Untersuchung möglichen chinesischen Preisdumpings und illegaler Subventionspraktiken bei in die USA importierten Photovoltaikprodukten ergeben, dass chinesische Hersteller ihre Produkte in der Tat unterhalb ihrer Produktionskosten verkauft haben.

Wie ist der Stand in den USA?

Im Oktober 2011 hat die Coalition for American Solar Manufacturing (CASM) beim Handelsministerium und bei der Außenhandelsbehörde der USA (ITC) eine Petition für Antidumping- und Ausgleichszölle gegen chinesische Importe von kristallinen Solarzellen und -modulen eingereicht. Im Mai 2012 hat das Handelsministerium der USA seine vorläufige Entscheidung getroffen und Antidumpingzölle zwischen 30 und 250 % verhängt. Die endgültige Entscheidung über Antidumping- und Ausgleichszölle wird voraussichtlich im Herbst 2012 fallen.

 

Welche Bedeutung haben die US-Zölle für europäische Hersteller?

 

Die Entscheidungen in den USA bestätigen das Vorhandensein unfairer Handelspraktiken und eines unverhältnismäßig hohen Preisdumpings von Seiten Chinas. Dies ist ein positives Signal für die europäische Industrie, weil es Anlass zur Hoffnung gibt, dass auch die europäische Untersuchung für europäische Hersteller zu einem positiven Ergebnis führen wird.