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Einspeisetarife (FITs)

Einspeisetarife (FITs) sind politische Instrumente, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Deutschland war das erste europäische Land, in dem die Solarstromerzeugung im großen Stil und nachhaltig gefördert wurde. Deutschland hat 1990 das „Stromeinspeisegesetz“ eingeführt, welches 2000 durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) novelliert wurde und Stromversorger dazu verpflichtete, Strom aus erneuerbaren Energiequellen 20 Jahre lang zu einem festen Preis abzunehmen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gilt heute als das erfolgreichste Instrument, das weltweit jemals zur Förderung einer neuen Technologie eingesetzt wurde. Infolge des Gesetzes ist eine dynamische, umfassende Industrie rund um die Entwicklung von Fertigungsanlagen für Silizium, Wafer, Zellen und Module entstanden.

Der deutsche Photovoltaik-Boom hatte zwei positive Auswirkungen auf andere europäische Länder. Zunächst hat Deutschland erfolgreich gezeigt, dass Photovoltaik wirklich funktioniert. Die hohe Nachfrage nach Photovoltaik-Modulen in Deutschland hat zudem zu einem starken Wettbewerb geführt, der wiederum Innovationen förderte und erhebliche Preisreduzierungen zur Folge hatte.

Auch Italien, Spanien, Frankreich und andere EU-Länder konnten mit Einspeisetarifen eigene erfolgreiche Entwicklungen erreichen. Italien war 2011 erstmals weltweit führend in der Installation von Photovoltaikanlagen und hat diesen Titel damit von Deutschland übernommen. Von dieser Entwicklung profitierten jedoch nicht nur europäische Solarunternehmen, sondern auch Unternehmen in China, die dank der europäischen Finanzierung von Solartechnologien nahezu ihre gesamte Produktion nach Europa verkaufen konnten. Da China selbst weder einen funktionierenden noch lukrativen Markt bietet, haben europäische Förderungsmaßnahmen dazu beigetragen, eine Solarindustrie in China aufzubauen.


So funktionieren Einspeisetarife

Ein Einspeisetarif ist eine Vergütung für eine Kilowattstunde Strom, gewonnen aus erneuerbaren Quellen und vom Anlagenbetreiber in das öffentlcihe Stromnetz eingespeist. Hierbei handelt es sich um einen Anreiz, um Investitionen in die Installation von Erneuerbare-Energien-Anlagen anzukurbeln, welche sich dann amortisieren. Den Einspeisetarif erhalten Solaranlagenbesitzer für jede produzierte Kilowattstunde Strom. Das System deckt also zunächst den Kapitalaufwand für die Installation und erzeugt anschließend einen Gewinn für den Anlagenbetreiber.

So kann ein Hausbesitzer z. B. eine 5-kW-Solaranlage auf seinem Dach in Deutschland installieren. Diese Anlage produziert jährlich 5.000 kWh Solarstrom, der an den Netzbetreiber verkauft wird. Das örtliche Energieunternehmen ist verpflichtet, die eingespeisten Kilowattstunden Strom, erzeugt aus erneuerbaren Energiequellen, zu vergüten. Wenn der Einspeisetarif 20 Cent pro kWh beträgt, erhält der Hauseigentümer 5.000 kWh x 0,20 Euro bzw. 1000 Euro im Jahr. Je nach geltendem Gesetz können sich Einspeisetarife entweder auf die gesamte produzierte Energie beziehen oder nur auf die überschüssige Energie, die vom Haushalt nicht selbst verbraucht wird.